Ja zur Expo 2035: Berlin als Reallabor für die Zukunft

22.04.2026

Kann Berlin Gastgeber der Expo 2035 werden? Diese Frage stand im Mittelpunkt eines Gesprächs zwischen Reinhard Müller und Daniel-Jan Girl auf der Diversity-Bank am EUREF-Campus. Gemeinsam diskutierten sie, warum eine Weltausstellung gerade jetzt ein wichtiger Impuls für die Hauptstadt sein könnte und weshalb Vielfalt dabei eine entscheidende Rolle spielt.

Berlin als internationale Zukunftsplattform

Die Weltausstellung, auch Expo genannt, ist eine internationale Großveranstaltung und ein globales Schaufenster für Innovationen, Technologien und kulturellen Austausch. Seit der ersten Weltausstellung 1851 in London präsentieren Länder dort Lösungen für globale Herausforderungen und geben Impulse für wirtschaftliche sowie gesellschaftliche Entwicklungen.

Mit der Bewerbung für die Expo 2035 möchte Berlin diesen Gedanken weiterentwickeln. Geplant ist eine dezentrale Weltausstellung, bei der die gesamte Stadt zum Reallabor für Nachhaltigkeit, digitale Innovation und gesellschaftliche Teilhabe wird. Projekte im gesamten Stadtgebiet sollen zeigen, wie urbane Transformation im laufenden Betrieb gelingen kann und wie globale Zukunftsfragen auf lokaler Ebene beantwortet werden können.

Berlin braucht wieder eine Vision

Für Reinhard Müller steht fest: Eine Expo wäre ein entscheidender Impuls für die Hauptstadt. „Ich kann überhaupt nicht verstehen, wie man gegen die Expo sein kann“, betonte der EUREF-Gründer. Für ihn könnte die Weltausstellung ein Leuchtturmprojekt werden, insbesondere für Themen wie Umweltschutz, Nachhaltigkeit und Klimaneutralität. „Diese Stadt hat keine Vision nach vorne zu denken. Wir brauchen mehr Menschen, die die Ärmel hochkrempeln und sagen: Das machen wir jetzt.“

Auch der EUREF-Campus könnte dabei eine aktive Rolle übernehmen. Müller sieht großes Potenzial darin, innovative Projekte sichtbar zu machen und neue Impulse für die Stadt zu setzen.

Transformation als Geschäftsmodell der Zukunft

Daniel-Jan Girl, Vorsitzender Global Goals für Berlin e.V., unterstrich im Gespräch die globale Dimension der Expo-Idee. „Das Geschäftsmodell des 21. Jahrhunderts ist die Transformation des Bestands“, erklärte er. Bis 2050 werden rund 70 Prozent der Menschheit in Städten leben. Entsprechend groß sei die Verantwortung urbaner Räume.

Die zentrale Frage sei daher, welche Stadt weltweit vorangeht und zeigt, wie Transformation im laufenden Betrieb gelingen kann. Berlin habe die Chance, genau diese Rolle einzunehmen.

„Wir brauchen Handlungsfähigkeit, Mut und Leidenschaft“, so Girl. Die Expo könne dabei helfen, Projekte in der gesamten Stadt sichtbar zu machen. Nachhaltige Stadtentwicklung, soziale Innovation und neue Mobilitätskonzepte könnten gemeinsam entstehen und international Strahlkraft entwickeln. Die Weltausstellung würde damit nicht nur für Berlin wirken, sondern als globales Beispiel dienen. „Eine Ausstellung der Welt für die Welt.“

Expo als gemeinsames Zukunftsprojekt

Im Gespräch wurde auch deutlich, dass eine Expo von Beteiligung lebt. Während etwa Olympische Spiele ein festes Konzept haben, entsteht die Expo aus Ideen, Projekten und Initiativen vor Ort. Dieser Ansatz eröffnet die Möglichkeit, die gesamte Stadtgesellschaft einzubinden und Innovationen aus unterschiedlichen Bereichen sichtbar zu machen.

Für Reinhard Müller ist deshalb klar: „Das Realistische, was wir erreichen können, ist die Expo.“ Sie könne ein Motor sein, um Stillstand zu überwinden, Innovation zu beschleunigen und Berlin als internationale Zukunftsmetropole zu positionieren.

Vielfalt als Fundament der Expo-Idee

Dass das Gespräch auf der Diversity-Bank stattfand, war kein Zufall. Die Vision der Expo 2035 ist eng mit Vielfalt und gesellschaftlicher Teilhabe verbunden. Berlin zählt zu den diversesten Metropolen Europas, geprägt von unterschiedlichen Kulturen und Lebensrealitäten, die eine zentrale Grundlage für Innovation und Transformation bilden. Eine dezentrale Expo lebt von Beteiligung aus der gesamten Stadtgesellschaft: Initiativen aus den Kiezen, Unternehmen, Wissenschaft und Zivilgesellschaft bringen ihre Ideen ein. Genau dieses Zusammenspiel eröffnet neue Lösungsansätze für globale Herausforderungen und macht Berlin zu einem glaubwürdigen Gastgeber einer nachhaltigen Weltausstellung.

Als EUREF-Unternehmensgruppe verstehen wir Vielfalt als kulturelles Fundament unserer Zusammenarbeit. Unterschiedliche Perspektiven, Hintergründe und Erfahrungen stehen nicht nebeneinander – sie wirken zusammen. Genau daraus entstehen die Innovationen für Energie, Mobilität und Klimaschutz, die wir hier täglich vorantreiben. Die Expo 2035 kann dieses Prinzip auf die gesamte Stadt übertragen. Berlin als vielfältiges, offenes und gemeinschaftliches Zukunftslabor – getragen von Mut, Innovation und gelebter Diversity.

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