Mit sauberem Kraftstoff übers Wasser

EUREF auf neuen Wegen. Erste Erfolge der neu gegründeten E.E.I. (EUREF-Energy Innovation) zusammen mit Prof. Reinhard Hüttl und Dr. Uwe Schneider

In Rostock startete am 5. August deutschlandweit als erstes Schiff die von Warnemünde nach Hohe Düne verkehrende Fähre „Breitling“ der Reederei „Weiße Flotte“, angetrieben durch den synthetischen Kraftstoff „E-Fuels“, der mittels Strom aus Wasser und Kohlenstoffdioxid hergestellt wird. E-Fuels gilt als Treibstoff der nächsten Generation.

Rostock will der führende Produktionsstandort für die neuen Kraftstoffe werden, berichtet die Ostsee-Zeitung. Als ersten Schritt haben Unternehmen, Hafen und Forschungseinrichtungen die „Wasser-stoff-Hanse“ auf Initiative des Landes Mecklenburg-Vorpommern und der EUREF Energy Innovation gegründet. Deren Chef, Prof. Reinhard Hüttl, wird in der Ostsee-Zeitung mit den Worten zitiert: „Wenn wir bis 2045 Klimaneutralität erreichen wollen, müssen wir heute handeln. Mit E-Fuels ist schon heute eine CO2-freie Schifffahrt möglich.“

An der Unterzeichnung der Erklärung zur Gründung der „Wasserstoff-Hanse“ nahmen die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwe-sig, Christian Pegel, Minister für Energie, Infra-struktur und Digitalisierung, Jens Scharner, Geschäftsführer von Rostock Port, Reinhard Hüttl, Wissenschaftlicher Direktor und Geschäftsführer EUREF Energy Innovation GmbH), Reinhard Müller, Vorstandsvorsitzender der EUREF-AG, Knut Schäfer, Geschäftsführer der „Weißen Flotte, und Oliver Hermes, Vorstandsvorsitzender und CEO der Wilo Gruppe, teil.

Die Wilo Gruppe ist aktiver Unterstützer dieser Initiative. Oliver Hermes sagte: „Mit der Gründung der Wasserstoff-Hanse besteht die Chance, die Herausforderungen der Energiewende zu meistern – gemeinsam mit den Energie- und Klimapartnern der Ostsee-Anrainer sowie der Staaten Osteuropas. Die Wasserstoff-Hanse ist ein wichtiger Schritt in diese Zukunft und ein zentraler Beitrag, Europa zum ersten klimaneutralen Kontinent dieser Erde zu machen.“

Andreas Meyer von der Ostsee-Zeitung erklärt: „E-Fuels unterscheiden sich chemisch sowie in der Nutzung im Grunde kaum von den herkömmlichen, fossilen Treibstoffen. Sie können in normalen Otto-Motoren in Autos, in den Schiffsmaschinen und theo-retisch auch in Flugzeugtriebwerken verbrannt wer-den. Das ‚Grüne“ an ihnen ist die Herstellung. Stark vereinfacht: Mit erneuerbaren Energien – Solar oder Windstrom etwa – wird Wasserstoff produziert. Die-ser Wasserstoff wiederum kann dann mit CO2 aus der Luft zu Treibstoffen ‚veredelt‘ werden. Werden die im Motor verfeuert, wird nur so viel CO2 frei, wie zuvor für die Produktion ‚aus der Luft‘ geholt wurde. Am Ende steht eine neutrale Klimabilanz.“

„Noch ist der Preis für E-Fuels ein Problem“, berichtet die Ostsee-Zeitung. „Sie sind deutlich teurer als fossile Brennstoffe.“ „Aber der Preis wird fallen“, sagt Hafen-Chef Scharner, „je schneller und je mehr E-Fuels wir produzieren.“

Der EUREF-Campus sorgt sich in jeder Hinsicht um Energiefragen und die damit verbundenen Treib- beziehungsweise Nährstoffe. So reiste der Food-Truck der Gastronomen und Sterne-Köche Thomas Kammeier und Cornelia Poletto eigens aus Berlin an, um die Gäste zu verpflegen.

Wenn Sie demnächst klimaneutral auf der Warnow zwischen Warnemünde und Hohe Düne unterwegs sein sollten, denken Sie daran, dass Sie das auch der Initiative des EUREF-Campus am Schöneberger Gasometer zu verdanken haben.

Redaktion: Ed Koch